Was tun im Todesfall?
Das Allerwichtigste – Abschiednehmen
Bevor die Situation Sie überwältigt, nehmen Sie sich einen Moment der Ruhe. Geben Sie sich Zeit, bewusst Abschied von Ihrem geliebten Menschen zu nehmen, bevor die Überführung in ein Krematorium erfolgt. Gibt es Angehörige oder Freunde, die noch keine Gelegenheit hatten, sich persönlich zu verabschieden? Das Abschiednehmen – im Pflegeheim oder im Spital, am offenen oder geschlossenen Sarg auf dem Friedhof oder in unserem Abschiedsraum in Olten – ist ein wichtiger Schritt im beginnenden Trauerprozess. Sprechen Sie mit uns darüber. Gemeinsam finden wir einen passenden und würdevollen Rahmen für Ihre Bedürfnisse. Je nach Situation sollten bei einem Todesfall zudem einige organisatorische Punkte zeitnah geregelt werden. Ein Todesfall trifft uns manchmal völlig unerwartet. In dieser schweren Zeit ist es hilfreich, Familie oder nahestehende Menschen einzubeziehen, Unterstützung anzunehmen und anfallende Aufgaben – wenn möglich – zu verteilen. Nicht alles muss sofort erledigt werden. Damit dennoch nichts Wichtiges übersehen wird, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt. Auf Wunsch übernehmen wir gerne alle anstehenden Aufgaben oder auch nur einzelne Schritte für Sie. Das entsprechende Merkblatt können Sie hier herunterladen und ausdrucken.
Im ersten Moment
Todesfall zu Hause
- Hausarzt oder Notarzt anrufen unter 144, Situation schildern und Weisungen befolgen.
- Überführung mit dem Bestatter vereinbaren unter 062 296 83 83 (24 Stunden-Notfalldienst).
- Ärztliche Todesbescheinigung (Original) innerhalb von 48 Std. an das zuständige Zivilstandsamt übermitteln. Im Verhinderungsfall per Mail oder telefonisch Bescheid über die Verzögerung informieren. Das Zivilstandsamt stellt Ihnen eine Amtliche Todesfallbestätigung aus, welche Sie für Abmeldungen benötigen (Bank, Versicherungen etc.) Familienbüchlein falls vorhanden mitnehmen.
- Wohngemeinde der/des Verstorbenen (Bestattungsamt) umgehend über den Todesfall informieren und einen Termin vereinbaren.
Tod im Altersheim oder Spital
- Das Pflegepersonal verständigt den Arzt, die Institution leitet in der Regel das Original der Ärztlichen Todesbescheinigung an das zuständige Zivilstandsamt weiter. Als Angehörige können Sie mit dem Zivilstandsamt in Kontakt treten und die Amtliche Todesfallbestätigung per Post bestellen oder diese persönlich vor Ort abholen.
Bei Unfall, Verdacht auf Suizid oder Tötungsdelikt
- Polizei 117, internationaler Notruf 112 oder Notarzt 144 anrufen.
- Bei Freitod durch EXIT Polizei und Bestatter vorinformieren um Wartezeiten zu vermeiden.
- In aussergewöhnlichen Todesfällen meldet ausschliesslich die Kantonspolizei den Todesfall beim zuständigen Zivilstandsamt an, sobald der Leichnam freigegeben ist. Sie können den Amtlichen Todesschein telefonisch bestellen oder diesen persönlich beim Zivilstandsamt abholen. Familienbüchlein falls vorhanden mitnehmen.
- Wohngemeinde der/des Verstorbenen (Bestattungsamt) umgehend über den Todesfall informieren und einen Termin vereinbaren.
- Meldung an Unfall- oder Lebensversicherung der verstorbenen Person.
- Überführung auf den Friedhof oder ein Krematorium mit Bestattungsdienst vereinbaren. Wenn Angehörige noch nicht über den Todesfall informiert werden konnten, wird die Polizei einen Pikettbestatter aufbieten. Sie haben jedoch die Möglichkeit, ein Bestattungsunternehmen Ihres Vertrauens mit den weiteren Aufgaben, Einbettung, Aufbahrung und der Organisation der Trauerfeierlichkeiten zu beauftragen.
Weitere Schritte und Überlegungen
Überführungen ins Ausland
- Mit einem heimischen Bestattungsunternehmen Kontakt aufnehmen und sich in jedem Fall beraten lassen. Auch wenn ein Bestatter im Ausland für die Rückführführung beauftragt wird, gilt es, alle notwendigen Papiere wie das Versiegelungsprotokoll auszustellen und den Leichenpass und weitere Überführungsdokumente zusammenzustellen.
- Reisepass und Ausländerausweis der verstorbenen Person bereitstellen (keine Kopien).
Form der Bestattung
- Wünschte sich der oder die Verstorbene eine Feuerbestattung (Kremation) oder eine Erdbestattung?
- Findet eine öffentliche Trauerfeier statt oder nehmen Sie im engsten Familien- und Freundeskreis Abschied?
- Wird eine Beisetzung auf dem Friedhof stattfinden? Nehmen Sie die Urne privat nach Hause oder wird die Asche der Natur oder einem Gewässer übergeben?
- Welches Material der Urne würde passen? Lassen Sie sich von uns beraten.
Organisation und Bestattung
- Zeit für die Überführung mit Bestattungsunternehmen Ihrer Wahl absprechen.
Findet eine Aufbahrung statt, wo und an welchen Tagen? - Sarg und Urne auswählen beim Bestattungsunternehmen.
- Urne abholen im Krematorium, persönlich durch Sie oder Bestattungsunternehmen.
- Ist das zuständige Zivilstandsamt über den Todesfall informiert (innerhalb 48 Std. ausser Wochenende)?
- Ist das Bestattungsamt der gesetzlichen Wohngemeinde informiert?
- Wurde das Pfarramt benachrichtigt, der Kontakt mit der Pfarrperson hergestellt (wird oft durch das Bestattungsamt der Wohngemeinde organisiert, auch Zeitpunkt der Trauerfeier, Reservation der Kirche und Beisetzung auf dem Gemeindefriedhof)?
- Gerne helfen wir Ihnen dabei, einen für Sie passenden Freiredner*In zu finden.
- Zeitpunkt und Ort der Trauerfeier.
- Zeitpunkt und Ort der Beisetzung.
- Lokalität für Traueressen oder einfach Beisammensein nach der Abschiedsfeier reservieren.
- Blumenschmuck bei Bestattungsunternehme oder direkt beim Blumenfachgeschäft bestellen.
- Soll bei der Trauerfeier ein besonderes Musikstück gespielt werden (Gesang oder Instrumentenspiel, Orgelspiel)?
- Trauerreden vorbereiten, Lebenslauf erstellen.
- Todesanzeige erarbeiten und aufgeben bei der gewünschten Zeitung, Gut zum Druck bestellen, Kosten anfragen. Auf Wunsch erstellen wir gemeinsam mit Ihnen den Text und nehmen alle damit verbundenen Aufgaben an die Hand.
- Leidzirkulare drucken lassen. Texte und Hintergrundbilder, Fotos zusammentragen, auch dabei unterstützen wir Sie gerne.
- Danksagungskarten und Danksagung Zeitung.
Auch wenn noch alles ungewohnt und durcheinander ist, stehen die folgenden Punkte nun an. Das Zivilstandesamt wird in der Zwischenzeit selbständig die Todesbescheinigung ausstellen und Ihnen zukommen lassen an die Adresse des/der Verstorbenen und die Angehörigen also Ehepartner oder Kinder. Ansonsten rufen Sie kurz an und fragen sie nach dem Verbleib des Dokuments.
Benachrichtigungen
- Familie, Freunde, Nachbarn.
- Arbeitgeber, den eigenen und jenen der verstorbenen Person.
- Pflege, Spitex.
- bevorstehende Termine des/der Verstorbenen absagen.
- AHV wird durch das Zivilstandsamt informiert.
- Pensionskasse, Freizügigkeitskonten, Säule 3a, Lebensversicherung.
Weitere Aufgaben
- Haustiere versorgen.
- Haushalt organisieren, Kühlschrank leeren, Briefkasten leeren.
Rechtliche und finanzielle Abklärungen
- Das Bestattungsamt der Wohngemeinde des/der verstorbenen Person wird Sie über die Inventuraufnahme und weitere Vorgänge mit dem Erbschaftsamt informieren.
- Anordnungen für den Todesfall oder Testament sicherstellen und dem Bestattungsamt übergeben.
- Ärztliche Todesbescheinigung oder Amtliche Todesfallbescheinigung (Kopie), falls bereits vorhanden, dem Bestattungsamt übergeben.
Kündigungen
- Bankkonten rückwirkend per Todestag sperren lassen.
- Mietvertrag, umgehend Verwaltung informieren.
- Krankenkassen, Zusatzversicherungen.
- Unfallversicherung, Lebensversicherung
- Telefonanbieter
- Versicherungen
- Social-Media-Accounts schliessen lassen.
- E-Mail-Accounts schliessen lassen.
- Zeitschriften
- Weitere Abos und Kundenkonten etc..
Trauer, ein langer Weg
Mit der Bestattung ist ein bedeutsamer Schritt im Trauerprozess vollzogen, doch der Weg des Abschiednehmens geht weiter. Sie stehen vor der Herausforderung, die Lücke auszuhalten, die der verstorbene Mensch hinterlässt. Trauer bedeutet, sich nach und nach mit dieser neuen Wirklichkeit zu versöhnen. Das braucht Zeit. In den Tagen danach stehen häufig praktische Fragen an: Wohin mit den persönlichen Dingen des Verstorbenen – aufbewahren oder aussortieren? Danksagungskarten versenden, wieder arbeiten gehen? Vertrauen Sie auf Ihre innere Stimme; sie wird Ihnen zeigen, wann der richtige Zeitpunkt für solche Entscheidungen gekommen ist. Auch im sozialen Leben gilt: Wenn es Ihnen guttut, wieder unter Menschen zu sein, nehmen Sie Einladungen an. Wenn Sie Ruhe brauchen, ziehen Sie für eine Zeit aus ihrem Umfeld zurück. Sollte Ihnen die Trauer zur Last fallen, scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen – sei es bei einem Seelsorger, in einer Trauergruppe oder durch psychologische Beratung. Trauer ist ein ganz normales Gefühl. Alle Erfahrungen zeigen, dass der anfängliche Schmerz nachlässt. Ein gesunder Trauerprozess ermöglicht Heilung, die Akzeptanz des Verlustes und schließlich die Öffnung für neue Lebensperspektiven. Das wird auch Ihnen gelingen. Sie haben im Leben schon einiges geschafft, aber die Trauer ist eine Ausnahmesituation. In der Trauer lernen Sie sich neu kennen. Alles um Sie herum wird bedeutungslos. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, stirbt etwas von Ihnen selbst mit. Begegnen Sie der Trauer offensiv, davonlaufen bringt nichts. Sie findet einem überall. Geben Sie der Trauer Zeit und Raum. Erlaubt ist was gut tut. Alte Fotos anschauen, stürzen Sie sich in Arbeit oder machen Sie Spaziergänge in der Natur. Erlaubt ist was gut tut. Weinen tut gut. Zurückgehaltene Tränen fliessen nach innen, man kann darin ertrinken. Trauer erschöpft und zerrt an den Kräften. Und sie kann einsam machen, weil jene, die Trauer nicht kennen, nichts von ihrer Macht ahnen. Trauer kann seltsame und widerstrebende Gefühle hervorbringen. Zunächst heisst es einfach mal: überleben. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, weder von ihrem Umfeld und vor allem nicht von sich selbst.
Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross
Das Fünf-Phasen-Modell der Trauer von Elisabeth Kübler-Ross beschreibt typische Reaktionen auf Verlust oder Tod eines nahestehenden Menschen. Die Phasen – Nicht-wahrhaben-Wollen, Wut, Feilschen/Verhandeln, Depression und Akzeptanz – müssen nicht streng nacheinander durchlaufen werden und jeder erlebt sie unterschiedlich. Sie dienen dazu, den Schmerz zu verarbeiten und allmählich mit der Realität des Verlustes zurechtzukommen. Des Weiteren wird dieses Modell von weiteren Autorinnen und Autoren um zusätzliche Aspekte wie Desorganisation, Schuldgefühle oder Angst ergänzt, welche ebenfalls Teil eines individuellen Trauerwegs sein können.
1. Leugnen
Die Phase des Leugnens ist nach Elisabeth Kübler-Ross die erste Reaktion auf eine erschütternde Diagnose oder einen schmerzlichen Verlust. In dieser Phase wirkt das Geschehen oft unwirklich. Betroffene denken oder sagen zum Beispiel: „Das kann nicht sein“ oder „Es muss sich um einen Irrtum handeln.“ Das Leugnen ist dabei kein Zeichen von Gefühllosigkeit, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus der Seele. Es hilft, die überwältigende Realität zunächst auf Abstand zu halten und schrittweise zu begreifen. Diese Phase kann unterschiedlich lange andauern. Manche Menschen verharren nur kurz darin, andere benötigen mehr Zeit. Mit zunehmender innerer Auseinandersetzung beginnt sich die Wirklichkeit behutsam zu zeigen – und der Trauerprozess geht in die nächste Phase über.
2. Wut
„Warum ausgerechnet ich?“ – „Warum mein Mann, meine Frau oder mein Kind?“ Solche Fragen tauchen in der Phase der Wut häufig auf. Viele Trauernde empfinden dabei eine intensive innere Empörung. Nicht selten richten sich Vorwürfe gegen behandelnde Ärztinnen und Ärzte: Warum konnte meine geliebte Person nicht gerettet werden? Abhängig von der Art des Todes – etwa durch einen Unfall, ein Attentat, eine schwere Krankheit oder im Krieg – kann sich diese Wut auch gegen höhere Mächte, gegen Gott oder gegen andere Verantwortliche richten. Wut ist in der Trauer kein falsches Gefühl, sondern eine kraftvolle Reaktion auf den erlittenen Verlust. Sie kann helfen, die Ohnmacht zu überwinden und den Schmerz allmählich zu verarbeiten. Wird sie jedoch dauerhaft unterdrückt, kann sie sich in Depressionen oder anhaltender Verbitterung zeigen. Deshalb ist es wichtig, der Wut auf gesunde Weise Ausdruck zu verleihen – im Gespräch mit vertrauten Menschen, durch Schreiben, durch körperliche Bewegung wie Spaziergänge oder Sport oder auch durch einfache Ventile wie das Einschlagen auf ein Kissen. Gefühle dürfen da sein und brauchen einen Raum, in dem sie sich lösen können. Schuldgefühle (Ergänzung) „Warum habe ich nicht…?“ oder „Hätte ich doch nur…“ sind quälende Fragen und Vorwürfe, die man sich nach dem Verlust einer Person oft stellt. Hinter dem „nicht-annehmen-können“ des Todes steckt unter anderem meist auch der Wunsch, noch einmal eine Chance mit dem geliebten Menschen zu bekommen. Manchmal ist es jedoch leichter, sich selbst Vorwürfe zu machen, als zu akzeptieren, dass der Tod ein Teil des Lebens ist. In speziellen Fällen, z.B. bei einem Autounfall, ist es natürlich wirklich so, dass ein Hinterbliebener Schuld am Tod eines geliebten Menschen hat. Es kann unter solchen Umständen sehr lange dauern, bis man mit sich selber Frieden schliessen kann. Versuchen Sie, Ihre Schuld zu überprüfen und wirkliche Schuld von falscher Schuld zu unterscheiden. Gespräche mit Angehörigen, Freunden und Bekannten und allenfalls mit Beratern helfen Ihnen, diese Gefühle zu verstehen und zu verarbeiten. Desorganisation (Ergänzung). Nachdem der erste Schock des Verlustes etwas abgeklungen ist, werden viele Menschen von einer Vielzahl intensiver Gefühle erfasst: Angst, Ablehnung, Zweifel, vielleicht auch Erleichterung, Wut und tiefe Traurigkeit. Wer versucht, jede einzelne Regung sofort zu ergründen, kann sich rasch überfordert fühlen. Suchen Sie daher das Gespräch mit Angehörigen, Freunden oder Bekannten und ziehen Sie bei Bedarf auch fachliche Unterstützung bei. Im Austausch lassen sich Gefühle besser einordnen und Schritt für Schritt verarbeiten.
3. Feilschen und Verhandeln, Hadern mit Gott
In dieser Phase versuchen Betroffene innerlich, das Unabänderliche doch noch abzuwenden. Sie „verhandeln“ – häufig mit Gott, dem Schicksal, dem Leben oder einer höheren Macht. Typische Gedanken können sein: „Wenn du ihn gesund machst, werde ich ein besserer Mensch.“ „Bitte lass das alles nur ein Irrtum sein – ich verspreche, mich zu ändern.“ „Wenn ich mehr gebetet hätte, wäre es vielleicht nicht passiert.“ „Hätte ich doch früher gehandelt, dann wäre alles anders gekommen.“ Es geht dabei um den Versuch, wieder Kontrolle zu gewinnen. Der Mensch sucht nach einem Ausweg aus der Ohnmacht. Das Feilschen erfüllt eine wichtige Funktion: Es schafft kurzfristig Hoffnung. Es mildert das Gefühl völliger Hilflosigkeit. Es gibt dem Geschehen einen scheinbaren Sinnzusammenhang. Es verschafft emotional eine Art „Atempause“, bevor die volle Realität des Verlustes bewusst wird. Ob religiös oder nicht – auch nichtgläubige Menschen „verhandeln“ innerlich, etwa mit dem Schicksal oder mit sich selbst. st diese Phase normal? kannst du das bitte besser zusammenbringen? Ja. Kübler-Ross verstand diese Phase als einen normalen Bestandteil des Trauerprozesses. Sie ist kein Zeichen von Schwäche oder Realitätsverlust, sondern Ausdruck der tiefen Bindung an den verlorenen Menschen und des Bedürfnisses, das Geschehen rückgängig machen zu wollen.
4. Depression
Die Depressionsphase ist die vierte Phase im Trauermodell von Elisabeth Kübler-Ross. Nachdem Verleugnung, Wut und Feilschen allmählich nachlassen, tritt die Realität des Verlustes deutlicher ins Bewusstsein. Die Endgültigkeit wird spürbar – und mit ihr eine tiefe Traurigkeit. Hier geht es nicht mehr darum, etwas rückgängig zu machen. Der Schmerz wird bewusst erlebt. Typische Empfindungen können sein:
- Leere und Hoffnungslosigkeit
- Rückzug von anderen Menschen
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Weinen oder innere Erstarrung
- Schlaf- oder Konzentrationsprobleme
Es gibt zwei Formen der Depression nach Kübler-Ross. Die Reaktive Depression: Sie bezieht sich auf konkrete Verluste (z. B. gemeinsame Zukunftspläne, Alltag, Sicherheit) und die vorbereitende Depression: Sie ist stiller und tiefer – ein inneres Abschiednehmen von der Welt oder vom geliebten Menschen.
Ist diese Phase normal? Ja. Diese Phase ist ein natürlicher Bestandteil des Trauerprozesses. Sie bedeutet nicht automatisch eine klinische Depression, sondern beschreibt eine gesunde, wenn auch schmerzhafte Reaktion auf einen schweren Verlust. Wichtig ist, sich in dieser Zeit Unterstützung zu erlauben – durch Gespräche, Nähe oder professionelle Begleitung. Die Traurigkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck der Liebe und der Bedeutung, die der verstorbene Mensch im eigenen Leben hatte. Angst ist keine eigenständige Phase im klassischen Fünf-Phasen-Modell von Elisabeth Kübler-Ross, jedoch ein häufiges und sehr verständliches Gefühl im Trauerprozess. Nach einem Verlust kann Angst auf unterschiedliche Weise auftreten:
- Sorge vor der Zukunft („Wie soll es jetzt weitergehen?“)
- Angst vor dem Alleinsein
- Existenzielle Ängste (finanzielle oder praktische Unsicherheiten)
- Furcht vor weiteren Verlusten
- Körperliche Symptome wie Unruhe, Herzklopfen oder Schlafstörungen
Der Tod eines nahestehenden Menschen erschüttert oft das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Die vertraute Ordnung bricht weg – und damit entsteht Unsicherheit. Angst ist eine natürliche Reaktion auf Kontrollverlust und Veränderung. Sie zeigt, wie eng der verstorbene Mensch mit dem eigenen Lebensgefühl verbunden war. Gleichzeitig kann sie ein Signal sein, sich Unterstützung zu holen und neue Orientierung zu suchen. Ist das normal? Ja. Angst gehört für viele Menschen zum Trauerprozess dazu – manchmal eher im Hintergrund, manchmal sehr deutlich spürbar. Wichtig ist, diese Gefühle ernst zu nehmen, darüber zu sprechen und sich nicht dafür zu verurteilen. Wenn Angst jedoch dauerhaft übermächtig wird oder den Alltag stark beeinträchtigt, kann professionelle Begleitung hilfreich sein.
5. Akzeptanz
Die Akzeptanz ist die fünfte Phase im Trauermodell von Elisabeth Kübler-Ross. Akzeptanz bedeutet nicht, dass der Verlust „gut“ oder „leicht“ ist. Vielmehr beschreibt sie den Zustand, in dem die Realität des Geschehenen innerlich angenommen wird. Der Tod wird als Tatsache begriffen – auch wenn der Schmerz weiterhin spürbar bleibt. Kennzeichen dieser Phase
- Eine ruhigere, gefasstere Stimmung
- Weniger innerer Widerstand gegen das Geschehene
- Die Fähigkeit, wieder nach vorne zu blicken
- Allmähliche Neuorientierung im Alltag
- Erinnerungen, die neben Schmerz auch Dankbarkeit enthalten können
In dieser Phase beginnt sich das Leben langsam neu zu ordnen. Der Verlust wird Teil der eigenen Lebensgeschichte. Bedeutet Akzeptanz das Ende der Trauer? Nein. Trauer verschwindet nicht einfach. Auch in der Akzeptanz können Wellen von Schmerz, Sehnsucht oder Wehmut auftreten. Doch sie überwältigen nicht mehr in gleicher Intensität. Akzeptanz ist kein „Abschliessen“, sondern ein inneres Einverstanden-Sein mit der Realität – und der Beginn eines neuen, veränderten Weges.